Kursfoto

Grenzen der Neutralität in der Sozialen Arbeit - FIFSI e.V.

Kursnr.
000-141
Dauer
1 Tag (7,5 Stunden)
Gebühr
175,00 €

Diskriminierendes und demokratiefeindliches Verhalten stellt Fachkräfte in sozialen Berufen vor anspruchsvolle Fragen: Wann reicht Zuhören nicht mehr aus? Wo endet professionelle Neutralität? Und wie lässt sich eine klare Grenze setzen, ohne Beziehung, Auftrag und Schutz aus dem Blick zu verlieren? In Hilfekontexten entstehen solche Situationen nicht nur im Kontakt mit Adressat:innen, sondern auch in Teams, Organisationen und institutionellen Routinen. Die Fortbildung setzt an der Grenze des Neutralitätsmythos an. Sie macht deutlich, dass professionelle Allpateilichkeit gegenüber Personen nicht bedeutet, Abwertung, Entmenschlichung oder die Infragestellung von Gleichwertigkeit stehen zu lassen. Gerade dort, wo diskriminierende Aussagen normalisiert oder demokratische Grundwerte relativiert werden, braucht es eine fachlich begründete Positionierung: klar, verhältnismäßig, beziehungsfähig und handlungsorientiert. Im Mittelpunkt stehen Sprache, Situation, Beziehung und Grenze ebenso wie Auftrag, Schutz, Teamkultur und demokratischer Bezugsrahmen. Du reflektierst, wie diskriminierendes und demokratiefeindliches Verhalten fachlich einzuordnen ist, welche Verantwortung professionelle Rollen mit sich bringen und wie Interventionen im Klient:innenkontakt oder im Kollegium gestaltet werden können. Ziel ist eine praxistaugliche Orientierung für den Berufsalltag. Die Fortbildung stärkt deine Handlungssicherheit, entwickelt konkrete Interventionslogiken und unterstützt dich dabei, Standardsätze, Eskalationswege und eine schlanke Dokumentationspraxis für schwierige Situationen zu erarbeiten.

Inhalt

• Professionelle Neutralität, Allparteilichkeit und fachlich begründete Grenzziehung
• Diskriminierendes und demokratiefeindliches Verhalten als professionelle Herausforderung
• Sozialarbeiterische Verantwortung im Spannungsfeld von Auftrag, Beziehung, Schutz und demkratischem Bezugsrahmen
• Der Neutralitätsmythos und seine Wirkung auf Abwertung, Verantwortung und institutionelle Routinen
• Professionelle Positionierung gegenüber Entmenschlichung, Ungleichwertigkeit und Abwertung
• Interventionslogiken im Kontakt mit Klient:innen: Sprache, Rahmenklärung, Grenze und Beziehungsgestaltung
• Umgang mit Abwehr, Relativierung und Konfliktdynamiken in akuten Situationen
• Diskriminierendes Verhalten im Kollegium ansprechen, klären und organisationsfähig bearbeiten
• Entwicklung von Standardsätzen, Eskalationswegen und schlanker Dokumentationspraxis für den Berufsalltag

Ziele

• Du entwickelst ein klares professionelles Verständnis dafür, wo Neutralität in sozialen Berufen fachlich endet und wo Positionierung notwendig wird.
• Du stärkst deine Fähigkeit, diskriminierendes und demokratiefeindliches Verhalten situationsbezogen einzuordnen, ohne vorschnell zu eskalieren oder zu relativieren.
• Du gewinnst Sicherheit darin, Grenzen sprachlich klar, beziehungsfähig und auftragsbezogen zu kommunizieren.
• Du reflektierst deine eigene Rolle im Spannungsfeld von Allparteilichkeit, Schutzauftrag, professioneller Verantwortung und demokratischer Haltung.
• Du entwickelst konkrete Handlungsmöglichkeiten für schwierige Gesprächssituationen mit Adressatinnen, Kollegium oder institutionellen Akteurinnen.
• Du erarbeitest Orientierung dafür, wie Standards, Eskalationswege und Dokumentation im Berufsalltag fachlich sinnvoll eingesetzt werden können.

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus Sozialer Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Geflüchtetenhilfe, Bildungsarbeit, Beratung, Verwaltung und angrenzenden psychosozialen Arbeitsfeldern. Angesprochen sind insbesondere Personen, die in ihrem Berufsalltag mit diskriminierenden Aussagen, demokratiefeindlichen Positionen, Abwertung, Konflikten um Haltung oder schwierigen Grenzziehungen konfrontiert sind – im Kontakt mit adressierten Menschen, im Kollegium, in Organisationen oder in institutionellen Kooperationen. Die Fortbildung eignet sich für Personen in direkter Fallarbeit ebenso wie für Fachberatung, Leitung, Koordination, Fortbildung und Qualitätsentwicklung.


Termine

Datum
Datum

Di., 06.10.2026 09:00 Uhr- Di., 06.10.2026 16:30 Uhr

Ort

online